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Sei neugierig & gehe offen auf andere zu

Vergangenes Wochenende besuchte ich eine zweitägige Ausbildung im Sport-Bereich. Die Ausbildung war sehr intensiv - Nebst einem sehr aufwändigen vorgängigen Selbststudium, wurde die Theorie nun auch noch praktisch geübt und sogar mittels Abschlusstest am 2. Tag geprüft.


Wir waren rund 30 Personen, welche teilweise eine längere Anreise hatten oder sogar vor Ort sich eine Übernachtungsmöglichkeit organisieren mussten. Wie bereits erwähnt, war die Ausbildung sehr intensiv: Die Tage waren lang, anstrengend und durch den Abschlusstest der uns allen noch bevorstand, waren wir alle super aufmerksam mit dabei und sichtlich angespannt. Diese Ausbildung hatten wir alle bereits vor Monaten gebucht, da diese nur in unregelmässigen Abständen angeboten wird. Die Kosten für die Ausbildung sowie für das Wochenende selbst (Übernachtung/Anreise, Verpflegung, etc.) sind im Vergleich zu anderen Ausbildungen auf dem Markt sehr hoch – Dies ist jedoch ein anderes Thema, welches ich hier nicht näher darauf eingehen möchte ;-)


Der Eindruck, welcher mir jedoch am meisten von diesem Wochenende geblieben ist und mich noch bis heute beschäftigt, hat jedoch nichts mit der Ausbildung an sich zu tun:


Wir waren rund 30 Personen, welche an diesem Wochenende die persönliche Lebenszeit für das gleiche Interesse investiert haben. Uns alle verbindet, diese unendliche Leidenschaft für den Sport – Wieso sonst, sollten wir eine solche teure Ausbildung besuchen, bei der Aufwand und Ertrag eher fragwürdig ist? Im Sport erlebt man die schönsten Emotionen (Sorry – nichts gegen die Liebe, aber ich kenne keine schönere Verbundenheit, als gemeinsam etwas zu erreichen für das man so lange trainiert, gekämpft und Zeit investiert hat). Auch wir konnten dieses Wochenende gemeinsam diese Emotionen spüren, da wir nebst der vielen Theorie auch sportlich aktiv waren und gemeinsam einige Workouts absolvieren mussten.


Sobald eine kurze Pause oder die etwas grössere Mittagspause anstand, waren wir alle damit beschäftig uns kurz zu verpflegen oder unser Sporttenue zu wechseln. Bis hierhin nichts Besonderes, was ich jedoch beobachtete, stimmte mich traurig:


Wieso bleiben alle entweder während dieser Pausen, in den «bekannten» Grüppchen oder beschäftigen sich lieber mit dem eigenen Handy, als einfach offen auf einen anderen Teilnehmer zuzugehen und sich so auch ausserhalb des Unterrichts auszutauschen?


Ja klar, auch ich war erschöpft und freute mich sehr über mein selbst-mitgebrachtes Essen und über die kurze Verschnaufpause. Was hält mich jedoch davon ab, meinem Tischnachbarn «E Guete» zu wünschen oder zu Fragen, wie er die Ausbildung bis anhin findet?


Ich reiste alleine an diese Weiterbildung. Vor Ort traf ich zufällig eine Trainingskollegin, welche ich bis anhin nur 1-2 Mal gesehen hatte. Klar, tauschte ich mich mit ihr an diesem Wochenende am meisten aus – Dies hauptsächlich, weil wir unser eigenes Training in unserer eigenen Trainingslokalität bis auf jedes kleinste Detail analysiert haben ;-) Jedoch versuchte ich in den seltenen Pausen auch aktiv auf andere zuzugehen.


So lernte ich zum Beispiel eine Teilnehmerin kennen, welche seit Jahren an Wettkämpfen teilnimmt und erhielt so die besten Tipps für meinen eigenen Wettkampfstart. Oder da war noch der andere Teilnehmer, den ich erst am 2. Tag richtig wahrnahm. Auch er reiste alleine an diese Weiterbildung und war deshalb wie ich – in der Mittagspause alleine beschäftigt. Als wir ins Gespräch kamen, erfuhr ich, dass er der persönliche Veranstalter eines sehr beliebten Wettkampfes ist, der in meiner unmittelbaren Region stattfindet. Die Startplätze sind oft sehr schnell ausgebucht und man braucht daher etwas Glück, um wirklich einen ergattern zu können. Dank dem kleinen Austausch mit ihm, verriet er mir wann dieses Jahr die ersten Startplätze aufgeschaltet werden und ich konnte mir so einen kleinen "Reminder" in meiner Agenda notieren ;-)


Was ich mit dieser «kurzen» Geschichte bewirken möchte?

Eins ist klar, ich möchte mich nicht als Paradebeispiel nennen oder belehrend wirken. Jedoch wünschte ich mir, dass wir offener & unkompliziert auf andere zu gehen – Vor allem, wenn die Gegebenheiten so simpel sind (nicht vergessen, wir teilen alle die gleiche Leidenschaft, deshalb sind wir ja hier).

An einem beliebigen Anlass, ist diese Offenheit oftmals eine grössere Herausforderung. Da trifft man auf vielerlei Charakteren und verschiedenste Interessen. Es benötigt oft erst ein kurzer oberflächlicher Small-Talk, um überhaupt zu spüren ob wir uns gegenseitig sympathisch sind und eventuell gleiche Interessen teilen.


Bei einer solchen Weiterbildung, welche jedoch alle das gleiche Interesse und das gleiche Ziel haben, ist die Hürde und die Herausforderung nicht ganz so gross. Man kommt viel schneller und unkomplizierter ins Gespräch, da man sich über ein aktuelles Thema von der Ausbildung oder von der Sportart selbst austauschen kann.





Denke daran, am Ende des Lebens wirst Du nicht auf dem Sterbebett liegen und denken: «Ich bin so froh, dass ich so viel Zeit mit meinem Handy verbracht habe.», sondern Du wirst an all diese Momente denken, bei denen Du Dich mit anderen ausgetauscht hast. An all die Erinnerungen, bei denen Du gelacht, geweint und das Leben zelebriert hast. An all die Begegnungen mit anderen, die Dich vielleicht inspiriert oder eine Zeit lang begleitet haben. Dein Handy wird nicht an Dich denken und um Dich trauern – Deine Mitmenschen jedoch schon. Sie werden Dich vermissen und Dich mit dem gemeinsam erlebten in Erinnerung behalten.


Deshalb appelliere ich an Dich: Schätze den Austausch mit anderen.

Jede Person hat etwas Interessantes oder etwas, was Du von ihr lernen kannst. Jeder von uns ist oft etwas scheu oder gar unsicher. Jede Person sucht jedoch insgeheim nach Anerkennung und erzählt gerne von sich. Und ein ganz wichtiger Tipp meinerseits: Niemand ist gegen Humor allergisch ;-)


Nutze Deine Lebenszeit sinnvoll – Sie ist das wertvollste, was Du je besitzen wirst. Dein Handy, Dein Auto oder Dein Bankkonto werden Dir auf dem Sterbebett nicht die Hand halten.


Sei mutig, frech und wunderbar!

Carpe Diem,

Tamara Tschantré



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